| Streckennetz: | 9 Inlandsziele Afrika (Addis Abeba, Kairo, Nairobi, Tripolis) Nahost (Amman, Damaskus) Golfregion (Doha, Jeddah, Riyadh, Abu Dhabi, Dubai) |
| Geschichte: | Sudan Airways wurde 1946 nach britischem Recht gegründet und der Sudan Railways unterstellt. Ihre Aufgabe war es, unerschlossene Regionen der anglo-ägyptischen Kolonie zu erschließen, die auch nicht mit der Eisenbahn zu bewältigen waren. Dafür erhielt die neue Airline zehn britische DeHavilland Dove sowie technische und organisatorische Hilfe durch die englische Airwork. Im April 1947 lief der Flugbetrieb dann an. Erste Ziele ab Khartoum waren Port Sudan, Asmara (Eritrea), Juba sowie ab 1948 auch Wadi Halfa und El Gneina. Vier Jahre später wechselte Sudan Airways auf die unverwüstliche Douglas DC-3 und bediente nun auch Abeche (Tschad) ab El Gneina sowie ab 1954 auch Jeddah und Kairo. Als man 1959 viermotorige Vickers Viscount einführte, verlängerte man die Kairo-Route über Athen und Rom bis nach London und nannte sie fortan „Blue Nile Route“. Weitere neue Destinationen jener Zeit waren Beirut, Addis Abeba und Nairobi. Von der Politik eingeholt Der Sudan war zwar seit 1956 unabhängig, doch die Briten hatten weiterhin starken Einfluss auf die Geschicke des Landes. So verwundert es nicht, dass auch das erste Strahlflugzeug eine britische Comet war, welche ab 1962 die Flotte nach oben abrundete. Die Londondienste wurden mit ihr verstärkt und ab 1963 war sie auch Gast in Frankfurt. 10 Jahre später übernahmen Boeing 707 die Blue-Nile-Route, während im Regionalbereich erste Boeing 737-200 anzutreffen waren. Schon bald überstieg die Nachfrage auf einigen Routen die angebotenen Kapazitäten, so dass Sudan Airways Anfang der 1980er Jahre erstmals Großraumjets wie Airbus A300 und Lockheed TriStar einsetzte. Doch die Realpolitik holte die aufstrebende Airline ein. Das Inlandsnetz wurde durch jahrelange Bürgerkriege im Südsudan immer löchriger. Ägypten entzog Sudan Airways die Landerechte, Eritrea spaltete sich gewaltsam von Äthopien und auch Jemen war durch Bürgerkriege nicht mehr bedienbar. Die Folge war ein dramatischer Passagiereinbruch. Mangels liquider Mittel konnten auch keine dringend benötigten neuen Flugzeuge angeschafft werden. 1992 räumten europäische Banken einen Kredit ein, der zur Anmietung von vier Airbus A320 genutzt wurde – doch es mangelte weiterhin an Passagieren. UN-Embargo 1996 verhängten die Vereinten Nationen ein Embargo gegen das Land, nachdem sich islamistische Extremisten an die Macht geputscht hatten. In den kommenden Jahren entwickelte sich das Land zu einem Sammelbecken für terroristische Milizen, die als Attentäter losgeschickt wurden und fortlaufend Menschenrechte verletzte. Als ob dies noch nicht reichen würde, begann das herrschende Regime einen Grenzkrieg mit Uganda. Nelson Mandela schaltete sich ein und konnte mit Ausnahme der USA 2001 eine Aufhebung des Embargos erreichen. Sudan Airways nutzte inzwischen wieder ihre alten Boeings, da die Airbusse von den Leasingfirmen inzwischen zurückgeholt wurden. Doch wegen des Embargos waren Ersatzteile Mangelware und Wartungsmängel waren die logische Folge. 2003 kam es dann zum Absturz einer Boeing 737, wodurch 115 Menschen ihr Leben ließen. Seitdem mietet man ein buntes Sammelsurium zumeist aus ex-Sowjetrepubliken an. Ziel: Privatisierung Schon in den 1990er Jahren sollte Sudan Airways privatisiert werden. Doch die politische und wirtschaftliche Lage verhinderten dies ein ums andere Mal. Der Völkermord in Darfur und der Ruf als Terroristennest schreckten jeden Investor ab. Die Regierung schickte die alte Sudan Airways in den Konkurs und gründete im August 2004 die neue Sudan Airways Company, an der sich anfangs die in Dubai ansässige Islamic Bank interessiert zeigte. Im Juli 2007 stieg dann aber die Aref Investment Group aus Kuwait mit 49 % sowie die einheimische Faiha Holding mit 21 % ein. Die restlichen 30 % sind weiterhin in Regierungsbesitz. Doch am 10. Juni 2008 wurde Sudan Airways erneut bitter aus ihren Zukunftsplänen gerissen. Ein Airbus A310-300 kam nach der Landung in Khartoum von der Bahn ab und ging in Flammen auf. Mehr als 100 der 217 Insassen kamen dabei ums Leben. Als Folge erhielt Sudan Airways mit Wirkung vom 23. Juni 2008 ein einmonatiges Startverbot, da es nicht nur technische, sondern auch administrative Probleme gibt. Doch Stunden später annullierte die Regierung die Entscheidung der Luftaufsichtsbehörde. |