S7 Airlines wurde 1992 nach dem Zerfall der Sowjetunion aus der Aeroflot-Abteilung Novosibirsk-Tolmachovo unter dem Namen Sibir Airlines gegründet. Ein Großteil der alten Belegschaft sowie 57 Flugzeuge, Wartungsanlagen und eine Pilotenschule konnten zum Neustart übernommen werden. Doch mit dem Zusammenbruch des sowjetischen Imperium waren auch die Ticketsubventionen Geschichte. Die Marktwirtschaft hielt mit Riesenschritten Einzug und viele konnten sich das Fliegen nun nicht mehr leisten. Die dahindümpelnde Sibir wurde 1998 gründlich umgekrempelt und das nun westlich ausgerichtete Management verschlankte den bunten Flottenpark und passte das Streckennetz dem wahren Bedarf an. Mit zwei Tu-204 bestellte man zwei neue Jets, um sich auf die künftigen Lärmvorschriften der EU einzustellen. Die neuen Maßnahmen hatten einen durchschlagenden Erfolg und Sibir setzte zum Höhenflug an. Der Heimatflughafen Novosibirsk entwickelte sich in der Folgezeit immer mehr zur Drehscheibe zwischen Europa und Asien. Irrtum kostet Menschenleben Am 4. Oktober 2001 geriet die erfolgreiche Airline in die Schlagzeilen der Welt, als eine ihrer Tu-154 über dem Schwarzen Meer abstürzte. Aufgeputscht vom 11. September 2001 sprachen die Medien schnell von einem Terroranschlag. Doch bald stellte sich heraus, dass die ukrainische Schwarzmeerflotte die Maschine während einer Übung versehentlich ins Visier nahm. Das tragische Unglück hätte das Aus bedeuten können, doch der Schock wurde rasch überwunden. Moskau wird zweite Heimat Das Sibir-Management sah die Zukunft der Airline auf den Routen in Richtung Westeuropa. Doch dafür musste man näher an den Markt. Moskau sollte nun zweites Standbein der Airline werden. Um einen Fuß in den Moskauer Markt zu bekommen, wollte man die in Finanznöten befindliche Vnukovo Airlines übernehmen. Als man jedoch gerichtlich verdonnert wurde, auch für deren Schulden gerade zu stehen, nahm man vom Vorhaben Abstand. Stattdessen kaufte man die Flotte auf, schickte Vnukovo in Konkurs und verlegte 2002 alle Dienste zum moderneren Flughafen Moskau-Domodedovo. Beteiligungen 2002 übernahm Sibir auch die Mehrheit an der armenischen Armavia. Über diese bezog man 2003 mehrere Airbus A320 und konnte so die hohen russischen Einfuhrzölle umgehen. Drei Jahre später zog man sich wieder zurück. Im Mai 2003 übernahm Sibir die Mehrheit an Chelyabinsk Air Enterprise, die nicht nur 16 Flugzeuge besaß, sondern auch den Flughafen betrieb. Außerdem gehörte auch noch die Moskauer Tochter Enkor dazu. Neuer Name und frische Farben Nun war es Zeit, die Flotte zu modernisieren. Die russische Industrie brachte noch keine zufriedenstellenden Muster heraus, so dass sich Sibir auf dem westlichen Gebrauchtmarkt umsah. Da man mit dem A320 schon Erfahrungen sammeln konnte, fiel die Wahl auf den langstreckentauglichen A310-300. Zum Frühjahr 2004 konnten die ersten vier Maschinen übernommen werden. Weitere Muster folgten 2005 u.a. von Hapag-Lloyd. Die deutschen Airbusse waren dann auch die ersten, die den neuen Firmennamen S7 Airlines, abgeleitet vom Zweilettercode, sowie die grellgrünen Farben trugen. Grund für diese Umbenennung war die Hinwendung zu Europa – man wollte nicht mehr mit dem kalten und unwirtlichen Sibirien assoziiert werden. Für Kurz- bis Mittelstrecken besorgten sich die Russen zunächst gebrauchte Boeing 737, bevor sie ab Ende 2006 die erste Airbus A319 per Leasing übernahmen. 2007 orderte S7 Airlines werksneue Flugzeuge - darunter auch Boeings neuester Wurf - die 787 Dreamliner. |