Finnair versuchte Anfang der 1990er Jahre ein kleines Drehkreuz ab Stockholm in Konkurrenz zur skandinavischen SAS aufzubauen. Doch erfolgreich war man damit nicht und so bot man ab 1997 in Kooperation mit der dänischen Maersk Air Direktflüge zwischen Stockholm und Kopenhagen. Als Maersk Air jedoch ein Partner der SAS wurde, standen die Finnen wieder alleine da. 2003 wollte Finnair es erneut ab Stockholm probieren. Doch diesmal sollte ein Billigflieger ab der schwedischen Hauptstadt fliegen und die SAS herausfordern. Als Grundlage für diese Strategie bot sich die bereits existierende Nordic East Airlink an. Sie flog mit einer MD-83 zwischen Lulea und Stockholm sowie mit einer Saab 340 kürzere Regionalstrecken. Finnair stieg mit 85 % ein und am 27. Oktober 2003 flog die Airline erstmals unter Finnair-Auftrag. Sofort setzte man der SAS hart zu und bot 8x täglich die Rennstrecke Stockholm-Oslo. Als weitere MD-83 angeschafft wurden, tauchten auch Kopenhagen und Göteborg im Flugplan auf. Wie die meisten Billigflieger steuerte Nordic jedoch statt Kopenhagen das schwedische Malmö an. Die dänische Hauptstadt kann jedoch sehr schnell über die neu errichtete Öresund-Brücke erreicht werden. Finnair übernimmt alle Anteile Der schwedische Geschäftsmann Gunnar Ohlson überschrieb seine Anteile an Nordic East der Finnair, so dass der schwedische Lowcoster nun zu 100 % im Besitz der Finnen war. Nach außen trat man ab Oktober 2004 als flynordic.com auf. Ende 2004 wurde die Airline samt Angestellten aus steuerrechtlichen Gründen unter dem Dach der Nordic Airlink Holding AB geparkt. Die alte Nordic East wurde zum 2. April 2005 in den Konkurs geschickt. Der gesamte Flugbetrieb wurde vollständig von Finnair entkoppelt. Ein Großteil der Angestellten wurde outsourced. Der eigene Personalstamm bleibt dadurch schlank. Die Zielgruppe sind nicht nur Passagiere anderer Airlines sondern auch jene Fahrgäste, die Bus, Bahn oder Auto nutzen. Die niedrigen Tarife von flynordic macht für sie das Fliegen erst attraktiv. Hinzu kommt noch eine weitere Motivation: zwischen Oslo und Stockholm kann an Bord der Flugzeuge Hochprozentiges zu Preisen erworben werden, welche rund 30 % unter den Duty-Free-Preisen liegen. Alle Routen werden mehrmals täglich bedient, mit Spitzenzeiten am Morgen, am späten Nachmittag und am Abend – damit kommt man den Geschäftsreisenden entgegen. Inzwischen kamen als neue Ziele Umea, Kiruna, Berlin-Tegel, München, Dublin, Tallin und Barcelona hinzu. Bordeaux und Budapest sowie neue Verbindungen von Stockholm ARN nach Bergen und Malmö standen für 2006 im Plan. Durch ein Kooperationsabkommen mit der dänischen Sterling konnte flynordic ab Juni 2006 auch Dienste nach Alicante, Malaga, Nizza und Prag anbieten. Der separate Ableger Nordic Regional fliegt mit Saab 340 zweimal täglich zwischen Lulea, Umea und Östersund. Diese Dienste sollen in naher Zukunft auch nicht ausgebaut werden. Unter dem Namen NordicLeisure bietet Nordic Regional Jet-Charterdienste mit MD-90-30 an. Verkauf an norwegian.no Finnair verständigte sich am 24. April 2007 auf den Verkauf ihrer Tochter flynordic.com an den norwegischen Billigflieger norwegian.no. Das Geschäft wird mit Aktien und Optionen bezahlt. Die Übernahme soll nach der noch offenen Genehmigung durch staatliche Behörden im zweiten Quartal erfolgen. Finnair wird danach über 5 % an der norwegischen Billigairline inne haben. Der Markenname flynordic soll aber in Schweden erhalten bleiben. Außerdem sollen die Billigflüge der Norwegian als Zubringer für die Fernost-Routen der Finnair dienen. |