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Lettercode: DJ / VOZ
Besitzverhältnisse: im Besitz der Virgin Blue Holdings
Herkunft: Australien
Streckennetz: inneraustralisch sowie ab Neuseeland und Samoa
Geschichte: 1999 verkündete Sir Richard Branson, Chef der Virgin Group, zu der neben dem Musik-Label auch die Virgin Atlantic Airlines gehört, die Gründung einer australischen Tochter. Ziel war es, das Lowcost-Modell auf dem Fünften Kontinent zu etablieren und die Platzhirsche Qantas und Ansett Australia unter Druck zu setzen.

Im Dezember 1999 gab es Grünes Licht von der australischen Regierung. Die neue Airline wurde nach einem Wettbewerb auf den Namen Virgin Blue getauft, wobei das Blue im australischen Slang einen Rotschopf meint. Am 31. August 2000 war es dann soweit: Rechtzeitig für die Olympischen Spiele hob die erste von zwei Boeing 737-400 vom Firmensitz Brisbane in Richtung Sydney ab. Es folgten die Verbindungen Brisbane - Melbourne und Brisbane - Adelaide.

Qantas schlägt zurück
Die Australier nahmen das neue Billigprodukt begeistert an. Darunter hatte insbesondere die bereits angeschlagene Ansett Australia zu leiden, die im April 2001 den Betrieb endgültig einstellte. Die seit 1994 existierende Impulse Airline war inzwischen auch auf das Lowcost-Modell umgestiegen, hatte aber nicht die Kraft, um gegen Qantas und VirginBlue dauerhaft bestehen zu können. Die Airline wurde im Mai 2001 an Qantas verkauft und flog als Qantas Link weiter.
Virgin Blue baute ihre 737-Flotte rasch aus und legte eine neue Verbindung nach der anderen auf. Schon bald hatte man 30 % des Inlandmarktes erobert. Nun musste Qantas reagieren und gründete im Mai 2004 mit den Boeing 717, die man von Impulse geerbt hatte, die JetStar Airways.

Interne Machtkämpfe
Sir Richard hatte inzwischen Anteile der Virgin Blue an die Reederei Patrick Corp. verkauft und weitere Anteile 2003 an der Börse platziert, um die weitere Expansion der Airline zu finanzieren. Im Laufe der nächsten Monate kaufte Patrick über die Börse weitere Anteile auf und erlangte bald die Mehrheit. Branson trat nun an den Konkurrenten Toll Holding heran, damit diese Anteile über die Börse aufkauft. Doch Toll wollte den Konkurrenten gleich komplett samt Hafenanlagen schlucken und bereitete eine feindliche Übernahme vor. Der erste Versuch wurde von Patrick noch abgewehrt doch im Mai 2006 streckte man die Waffen. Derzeit wird der Konzern umgebaut. Toll will die Patrick-Anteile an Virgin Blue fast komplett verkaufen. 15 % sollen an die Virgin Group gehen, die dann wieder die Mehrheit über Virgin Blue erlangen würde.

Übersee-Töchter
2003 kristallisierten sich erste Pläne heraus, auch Auslandsrouten nach Neuseeland oder den pazifischen Inseln aufzulegen. Hierfür wurde die neuseeländische Tochter Pacific Blue gegründet, die am 29. Januar 2004 den Betrieb auf der Route Christchurch - Brisbane aufnahm. Schon bald folgten Flüge von Auckland und Wellington. Auch hier wurde das Lowcost-Modell begeistert angenommen. Qantas und Air New Zealand reagierten mit Preissenkungen auf den Strecken zwischen beiden Ländern.
Als die Regierung von Samoa einen Joint-Venture-Partner für die Polynesian Airlines suchte, hatten Qantas und Air New Zealand das Nachsehen. Polynesian Blue hieß die neue Tochter, an der Virgin Blue zu 49 % beteiligt ist. Am 30. Oktober 2005 starteten die 737-800 erstmals in Apia und steuerten Auckland bzw. Sydney an.

Aussichten
Virgin Blue wuchs in den vergangenen Jahren rasant. Dies lag auch daran, dass man schlicht gezwungen war, die vielen georderten Flugzeuge auch einzusetzen. Im Zuge des 11. September 2001 waren die Preise am Flugzeugmarkt massiv gefallen - die Verlockung war wohl zu groß. Möglicherweise gibt es bald weitere Überseetöchter. Der Rivale JetStar nimmt 2007 Flüge nach Südostasien und in die Pazifikregion auf. Virgin Blue beantragte nun Flüge in die USA und würde dann auf A340-300 der Virgin Atlantic zurückgreifen. Zunächst führt man aber mit Embraer 190 kleinere Jets auf aufkommensschwächeren Routen ein. So rückt Virgin Blue immer mehr vom ursprünglichen Lowcost-Modell - nur einen Flugzeugtyp und keine Langstrecken- ab. Inzwischen ist sogar von einer Frachterflotte für Toll Holding die Rede. Das letzte Kapitel in Down Under ist noch nicht geschrieben.

Flotte: 22 Boeing 737-700
26 Boeing 737-800
11 Embraer 170 (bestellt)
3 Embraer 190 (bestellt)
Webseite: http://www.virginblue.com.au
  Virgin Blue
 
 
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