| Geschichte: | Gol Linhas Aereas Inteligentes, wie der vollständige Name lautet, gehört zur Grupo Aurea, die auch Brasiliens größtes Busunternehmen kontrolliert. Naheliegend, dass der Chef Constantino zu den reichsten Männern Brasiliens zählt. Sein Sohn, ein ex-Rennfahrer, übernahm den Posten des CEO bei der neuen Airline. Am 15. Januar 2001 erfolgte die Betriebsaufnahme mit sechs, teils von Germania angemieteten Boeing 737-700. In einer Ein-Klassen-Bestuhlung boten sie je 144 Passagieren Platz. Ganz lowcost-typisch geht es hier spartanisch zu. Essen, trinken und Sonderwünsche müssen extra bezahlt werden. Die Buchungen werden fast ausschließlich über die Website getätigt. Zu den ersten Zielen ab Sao Paulo gehörten Rio de Janeiro, Brasilia, Salvador, Belo Horizonte, Florianopolis und Porto Alegre. Zielgruppen waren sowohl Geschäftsreisende als auch Leute mit mittlerem bis kleinem Einkommen. Da die Flugtarife dank des Billigflieger-Geschäftsmodells anfangs zu 40 % unter denen der Konkurrenz lagen, konnten zahlreiche neue Kunden generiert werden. Schon 2002 konnten schwarze Zahlen geschrieben werden. Derart beflügelt, mietete Gol weitere Boeing 737-700 und auch größere 737-800 an. Als die brasilianische Wirtschaft 2003 wieder kriselte und auch die Airlines ihren Expansionsdrang drosselten, stieg die American International Group (AIG) mit 20 % bei Gol ein. Im Juni 2004 wurde Gol dann erfolgreich an die Börse gebracht. Dank des Geldsegens bestellten die Brasilianer bei Boeing 15 737-800 und nahmen Optionen auf weitere 28 Maschinen. In der brasilianischen Luftfahrtgeschichte war dies die größte Einzelbestellung. Die neuen Maschinen sollen nicht nur der Expansion, sondern auch der Ablösung von gemieteten Maschinen dienen. Künftig war aber nicht nur der brasilianische Markt im Fokus der Gol - nein, Routen in ganz Lateinamerika sollten aufgezogen werden. Rechte nach Buenos Aires und Santiago de Chile wurden 2004 beantragt, es wurde aber nur ersteres genehmigt. Weitere Ziele waren dann bald Asuncion, Montevideo, Panama-City und Santa Cruz. Inzwischen hat der Lowcoster über 50 Boeing 737 in der Flotte und weitere Maschinen sind bestellt. Die Tarife auf den rennstrecken haben aber inzwischen merklich angezogen. Das große Ziel bis 2010 ist die Marktführerschaft und somit die Überrundung der TAM. Dafür werden derzeit neue Märkte im Norden des Landes, wo preiswerte Flüge noch Mangelware sind, erschlossen. Außerdem kündigte Gol 2005 die Gründung einer mexikanischen Tochter an, die dort gegen die etablierten Fluglinien Mexicana und AeroMexico sowie die Billigflieger Click Mexicana, Interjet, Volaris und AeroBus ab Ende 2006 antreten soll. An ihr wird man 40 % der Anteile halten und einige Boeing 737 zum Start beisteuern. Eine weitere Expansion Richtung USA wird nicht ausgeschlossen. |