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Aerolineas Argentinas PDF Drucken
Lettercode: AR / ARG
Besitzverhältnisse: Grupo Marsans (92 %), argentinische Regierung (5 %), Angestellte (3 %)
Herkunft: Argentinien
Streckennetz: Inland, Bolivien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Peru, Uruguay, Venezuela, Mexiko, USA (New York, Miami), Europa (Rom, Barcelona, Madrid, London, Paris), Australien (Sydney, Auckland)
Geschichte:

Der 1946 in Argentinien an die Macht gekommene Präsident Peron verfolgte mit seiner Politik nationalistische Ziele, die u.a. eine Verstaatlichung wichtiger Industriezweige vorsah. Dies betraf neben der Eisenbahn auch den Luftverkehr. Die bis dahin entstandenen Fluggesellschaften ALFA, ZONDA, FAMA und Aeroposta Argentina wurden in der am 3. Mai 1949 vom Transportministerium gegründeten Aerolineas Argentinas zusammengefasst und verstaatlicht. Da die Airlines bisher in genau definierten Sektoren flogen, überschnitten sich die Routennetze kaum. Größte Aufgabe war die Harmonisierung der Flotte – von Flugbooten über umgebaute Bomber bis hin zu modernen Douglas DC-6 war alles vertreten. Das gemeinsame Streckennetz bestand hauptsächlich aus Inlandsrouten, doch gab es auch eine Verbindung über Havanna nach New York sowie über Dakar nach Europa. Als einzig neues Ziel kam 1953 das bolivianische Santa Cruz hinzu.

Die ersten Jets in Südamerika
1955 musste Peron nach einem Putsch flüchten. Die neue Regierung ermöglichte privaten Airlines den Marktzugang. Linien wie TSA, Aerolineas Ini und Transatlantica setzten der Aerolineas Argentinas ab Ende der 1950er Jahren auch hart zu. Als dann auch noch mehrere Flugzeuge beim Staatskonzern abstürzten, wurde die Führung komplett ausgetauscht. Als letzter Akt wurde aber 1958 noch das erste, kommerziell verfügbare Strahlflugzeuge vom Typ Comet 4 bestellt. Im Jahr darauf traf sie ein und flog mit Buenos Aires – Santiago de Chile den ersten Jetdienst in Südamerika. Schon bald war der Vierstrahler auch auf den Europastrecken nach Paris, London, Rom und Frankfurt anzutreffen. Auf dem Weg dorthin wurden Zwischenstopps in Rio, Dakar und Madrid eingelegt. Als dann auch New York (über Rio und Port-of-Spain) folgte, war Aerolineas Argentinas auch die weltweit erste Airline, die Düsenverkehre zwischen Süd- und Nordamerika anbot.
Die Inlandsflotte wurde 1961 durch Avro 748 sowie durch einige zweistrahlige Caravelle modernisiert, die ab 1962 die Schlüsselrouten im Inland flogen.

Konsolidierung
Anfang der 1960er Jahre ging einigen privaten Wettbewerbern die Puste aus und Aerolineas Argentinas übernahm deren Verkehrsrechte. Es wurde noch eine vierte Comet für die Miami-Route angeschafft, doch die Tage des anfälligen und durstigen Musters waren gezählt. AB 1966 flog die erste amerikanische Boeing 707-320B die Route nach New York und löste ab 1967 die Comet auch auf den Europarouten ab. Hier wurde nun auch Zürich bedient.
1969 erhielten die Argentinier Verkehrsrechte für eine Route nach Los Angeles, die über Lima, Bogota und Mexico-City geführt wurde. Kapstadt folgte 1973 als Ziel einer neuen Südatlantikroute.

Kooperation mit Austral
Im Inland war aus der Austral inzwischen ein ernstzunehmender Konkurrent entstanden, der auch moderneres Gerät einsetzte. Aerolineas Argentinas orderte daraufhin sechs Boeing 737-200, die die alten Comets und Caravelles im Inland ersetzten. Sie wurden bald durch Fokker 28 und Boeing 727-200 unterstützt. Nach einem erneuten politischen Umsturz wurde wiederum das Management ausgetauscht und die Reche der Privatairlines gestärkt. Aerolineas unterzeichnete nun ein Abkommen mit Austral über die Aufteilung des Heimatmarktes.
Wieder kam es zu einem Wechsel an der Politspitze und ein neues Management krempelte die Aerolineas um. 1975 evaluierte man dann Großraumflugzeuge des Typs Boeing 747, um dem Verkehrsaufkommen gerecht zu werden. Doch zu einer Bestellung kam es erst 1979. Bis dahin begnügte man sich mit Mietmaschinen. Diese flogen ab 1981 auch eine neue Route über die Antarktis nach Neuseeland. Aerolineas Argentinas war die erste Airline, die einen Liniendienst über den südllichsten Kontinent anbot.

Wirtschaftskrise und Privatisierung
1976 wurde eine Militär-Diktatur in Argentinien errichtet, die 1982 auch nach den britischen Falkland-Inseln griff. Der Krieg und die folgende Wirtschaftskrise brachten auch die Aerolineas Argentinas in arge Bedrängnis, woraufhin die meisten Interkontinentalstrecken gestrichen wurden. Die neue demokratische Regierung verfolgte ab Ende der 1980er Jahre eine Privatisierung der Airline. 1991 wurde Aerolineas in eine Holding eingebracht, die teils von der spanischen Iberia kontrolliert wurde. Diese erhöhte ihren Anteil zwischenzeitlich auf über 80 %, musste dann aber dem argentinischen Staat mehr Kontrolle zugestehen. 1998 war auch kurzeitig AMR, Mutterkonzern der American Airlines, an der Holding beteiligt und brachte moderne Managementstrukturen nach Buenos Aires. Der neue Businessplan sah die Fusion von Aerolineas Argentinas mit Austral, Wiederbelebung der Europa-Routen sowie die Installation einer modernen Flotte vor. Zwar gab es inzwischen auch MD-88 und A310-300 in der Flotte, doch State-of-the-Art waren diese Maschinen nicht mehr. 1999 entschied man sich für den vierstrahligen Airbus A340, der wegen der Asienkrise nach wenigen Monaten schon auf dem Vorfeld stand.

Wieder unter spanischer Führung
Kaum war das neue Jahrtausend angebrochen, musste die spanische Staatsholding SEPI das Überleben der Aerolineas mit zwei kräftigen Finanzspritze sichern. Die Fusion und alle internationalen Dienste wurden 2001 auf Eis gelegt. SEPI verkaufte ihren Anteil an die spanische Marsans-Gruppe, die auch die Air Plus Comet kontrolliert. Diese belebte die Routen nach Brasilien, in die USA, nach Australien und Madrid neu. Mehrere MD-80 wurden in die spanische Hauptstadt verlegt, um von hier die weiteren Europaziele der Aerolineas anzusteuern. Bald nutzte man dafür auch die Flugzeuge der Air Plus Comet.

Zukunftsausblick
Aerolineas Argentinas ist wieder im Steigflug. Die Flottenmoderniserung mit Boeing 737-300/-500 und 747-400 lief bereits an.
Da der südamerikanische Himmel noch nicht liberalisiert ist, gründeten große Airlines wie TACA oder LAN ausländische Töchter, um die Inlandsmärkte der Konkurrenz unter Druck zu setzen. Aerolineas Argentinas musste hier reagieren und gründete 2004 die chilenische Aerolineas del Sur, die mit Boeing 737-200 ab Santiago fliegt. Ganz wettbewerbskonform halten die Argentinier hier nur 49 % der Anteile. Weitere Töchter in Uruguay, Bolivien oder Paraguay sollen folgen.

Flotte: 4 Airbus A340-200
2 Airbus A310-300
3 Boeing 747-400
1 Boeing 747-200
11 Boeing 737-500
24 Boeing 737-200
3 McDonnell Douglas MD-88
9 McDonnell Douglas MD-83
2 McDonnell Douglas MD-81
Webseite: http://www.aerolineas.com.ar
  Aerolineas Argentinas
 

 

 
 
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